Never lie

Freida McFadden

Seiten: 296
Verlag: Poisoned Pen Press
Erscheinungsjahr: 2022
ISBN-Nummer: 978-1-4642-2136-1

Von Freida McFadden hatte ich "The Housemaid" gelesen und fand es okay. Hier bin ich einer Empfehlung gefolgt, "Never lie" soll eines der besseren Bücher der Autorin sein. Zunächst hab ich mich sehr gelangweilt - und auf eine überraschende Wendung gehofft. Die gibt es.

Tricia und Ethan sind frisch verheiratet und auf der Suche nach einem Haus. Schon während sie unterwegs sind zu einer Besichtigung außerhalb New Yorks zieht ein Schneesturm auf; sie erreichen das Anwesen gerade noch, bevor der Wagen stecken bleibt. Doch schnell steht fest: Sie müssen die Nacht in diesem riesigen, unheimlichen Gebäude bleiben, sie sind eingeschneit.
Während Ethan vom Fleck weg in das Haus verliebt ist und es sofort kaufen will, kommt es für Tricia nicht in Frage. Es ist dunkel, es macht Geräusche (oder ist doch noch eine weitere Person im Haus?). Und obendrein gehörte es Adrienne, einer bekannten, erfolgreichen Psychiaterin, die seit drei Jahren verschwunden ist. All ihre Sachen sind noch hier. Very creepy!

„I scan the row of books, searching for something that might entertain me if we’re stuck here for much longer. I try to imagine the psychiatrist with the intense green eyes curled up with a Danielle Steel novel – I can’t do it. (…) Finally I decide on The Shining – one of my favorites – and I tip the book out to swipe it from the shelf. Except it doesn’t come out. I pull harder on the book, but only the top of it comes free. The bottom seems wedged in place. And when I move the top of the book, I hear a loud click. and the bookcase shifts slightly. What the…? I glance over my shoulder. Ethan is nowhere in sight. He’s probably still fiddling with the heat. I peer around the side of the bookcase – it’s shifted away from the wall. I tug on the side of it, and a concealed door swings out toward me. I blink a few times, unable to believe what I’m seeing. It’s a secret room.“

Und in dem finden sich alle Gespräche, die Adrienne mit ihren Patientinnen und Patienten geführt hat, auf Tonband. Tricia wird sie sich anhören – um dem Geheimnis ihres Verschwindens auf die Spur zu kommen, wie sie sich selbst einredet.
Natürlich ist der Leser, die Leserin eine ganze Weile auf der falschen Fährte. Auch ich, die sich einbildet, so viele Krimis gelesen zu haben, dass klar ist, wie die Story weitergeht (bei TV-Krimis ist dem auch so). Hier aber war ich vom plötzlichen Twist dann doch überrascht. Bis dahin aber erschien mir das Ganze sehr absehbar und entsprechend langweilig, auch wegen mancher textlicher Plattitüden.

„He’s so calm about the whole thing. How can he be so calm? What we saw in that compartment was one of the most horrifying things I’ve ever seen in my life. It was like something out of a horror movie. Yet Ethan doesn’t seem at all upset about it. Shouldn’t he be upset?
But at the same time, I’m grateful he’s so calm. He’s such a great husband, and he’s going to be a great father. You need somebody like that – somebody who is so levelheaded in a time of crisis. That’s Ethan.“

Ich glaube, so viel kann ich verraten: Am Ende wird jede Person, die in diesem Buch auftaucht, entweder Opfer oder Mörder sein. Muss man mögen – und man muss über den ein oder anderen konstruierten „Zufall“ hinwegsehen, dann hat man hier durchaus gute Krimi-Unterhaltung. Zum Schnell-weglesen im Urlaub okay. Mehr aber nicht.

Ausgewählte Bücher:

Card image cap

Never lie


Freida McFadden
Card image cap

In ihrem Haus


Yael van der Wouden
Card image cap

Mein gelbes U-Boot


Jón Kalman Stefánsson