Everyone in my family has killed someone

Benjamin Stevenson

Seiten: 366
Verlag: Penguin Random House
Erscheinungsjahr: 2022
ISBN-Nummer: 978-0-241-59494-0

Es wird mal wieder Zeit für englischsprachige Lektüre, und dieses Buch war bei Dussmann in Berlin von MitarbeiterInnen empfohlen worden. Klingt abgefahren, dachte ich - und das ist es auch! „Jeder in meiner Familie hat jemanden umgebracht“ - im Laufe des Buchs erfährt man natürlich, auf welche Weisen.

Der Australier Benjamin Stevenson ist Stand Up Comedian – und so liest sich auch sein Buch, zu dem inzwischen sogar eine Fortsetzung erschienen ist. Die spar ich mir, wenngleich die Lektüre dieses Bandes durchaus unterhaltsam ist. Und verwirrend. Es ist wahrlich nicht einfach, den Windungen der Erzählung zu folgen – man sollte dranbleiben beim Lesen.

In den australischen Bergen soll eine Familienzusammenführung stattfinden: Michael kommt nach drei Jahren aus dem Gefängnis frei; sein Bruder, der Erzähler der Geschichte, hatte ihn damals bei der Polizei verpfiffen. Seitdem redete die eine Hälfte der Familie nicht mehr mit ihm. Noch bevor es aber zu der Zusammenführung in einem Ski-Ressort kommt, findet sich eine erste Leiche – es wird nicht die letzte sein.

Witzig ist, dass Stevenson die Geschichte tatsächlich erzählt, als habe sie der Erzähler so aufgeschrieben. Er lästert über angebliche Anmerkungen des Lektors und lamentiert, dass er ja ohne Autor klarkommen müsse.

“(…) but in all the books in front of me, it was implied that the detective didn‘t simply give up and head down the mountain at the end. But those detectives were smarter than I was. I had no author pulling my marionette strings, no gifts bestowed upon me. I would not qualify for the Detection Club. I remember thinking the only thing I was sure of was that I was missing something. Something small. That there‘s always one thing in these books that unlocks everything else, and it is so often the smallest of things. (…) And then I solved it.“

Die Auflösung könnte ich nicht mehr nacherzählen – was ich natürlich aus Spoiler-Gründen auch nie tun würde. Aber sie ist tricky. Viele Verwicklungen, die der Erzähler aufdeckt – und damit doch beweist, dass er ein guter Detektiv ist (was er nicht ist, tatsächlich schreibt er Bücher. Oder eher: Ratgeber. „Wie man einen Mord aufklärt“, sowas in der Art.)

Jedenfalls muss man nicht schon am Anfang des Buchs mutmaßen, wie die Lösung aussehen könnte. Wenngleich das natürlich zum Weiterlesen animiert. Mein Fehler war, dass ich wieder mal Lese-Pausen hatte, das tut dem Buch nicht gut. Tut es nie. Aber ich habe ein neues schönes Wort gelernt: den anger hangover.

“When you argue over nothing and realize in the cold light of the morning that you just look stupid.“

„Everyone in my family has killed someone„ ist eine unterhaltsame Lektüre.

Ausgewählte Bücher:

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Der Herr der Ringe


John R.R. Tolkien
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Der kleine Hobbit


John R.R. Tolkien
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A slow fire burning


Paula Hawkins