Supergute Tage

Mark Haddon

Seiten: 283
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsjahr: 2005
ISBN-Nummer: 978-3-442-46093-9

Romane, in denen Menschen mit Asperger-Syndrom eine zentrale Rolle spielen, gibt es einige - und ich habe sie alle gern gelesen: „Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman, „Das Rosie-Projekt“ von Graeme Simsion und nun „Supergute Tage“ von Mark Haddon. Hier ist der 15-jährige Christopher Boone die Hauptperson und der Erzähler. Er schreibt das Buch quasi. Eigentlich will er eine Kriminalgeschichte schreiben, indem er herausfindet, wer den Hund der Nachbarin ermordet hat - der liegt eines Abends mit einer Mistgabel erstochen im Garten. Heraus kommt eine Art Vater-Sohn-Erzählung, vielleicht sogar eine Familiengeschichte der etwas anderen Art.

Denn Christopher wächst bei seinem Vater auf, der die nötige Geduld hat, mit dem autistischen Jungen umzugehen. Die Mutter ist tot – sagt zumindest der Vater. Denn seine Ermittlungen auf der Suche nach dem Hundemörder setzen Ereignisse in Gang, an deren Ende Christopher sich gezwungen sieht, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Er reist auf eigene Faust von seinem Wohnort in das wilde, große London. Eine ganz schöne Leistung, wenn man bedenkt, was er vom Thema Reisen so hält.

“Siobhan sagt, dass die Menschen in Urlaub fahren, um neue Dinge zu sehen und sich zu entspannen. Aber mich würde das nicht entspannen, an einem ganz fremden Ort zu sein. Und neue Dinge kann man auch sehen, wenn man die Erde durchs Mikroskop betrachtet oder wenn man die Form zeichnet, die entsteht, wenn sich drei Rundstäbe von gleicher Stärke im rechten Winkel kreuzen. Schon in einem einzigen Haus gibt es so viele Dinge, dass man Jahre brauchen würde, über alles gründlich nachzudenken. Und außerdem ist etwas nur interessant, weil man darüber nachdenkt, und nicht, weil es neu ist.“

Es ist schwierig, das Buch zu beschreiben, ohne zu spoilern. Daher fasse ich mich kurz: Es ist witzig, unterhaltsam, ernst, frei von Kitsch, optimistisch („Ich finde es gut, wenn es stark regnet. Es klingt, als sei überall weißes Rauschen, wie Stille, aber nicht leer.) und bietet obendrein wunderbare Tipps, wie man schwierige Situationen im Leben meistert:

“Ich atmete ein paar mal ganz tief ein uns aus. Siobhan hatte mit geraten, das zu tun, wenn ich in der Schule von jemandem geschlagen werde. Ich zählte fünfzig Atemzüge lang, konzentrierte mich ganz stark auf die Zahlen und erhob sie, während ich sie aussprach, zur dritten Potenz,. Und dadurch tat der Schmerz nicht mehr so weh.“

Warum nicht einfach mal ausprobieren? 🙂 Auf jeden Fall aber: Lesen!

Ausgewählte Bücher:

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Der kleine Hobbit


John R.R. Tolkien
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A slow fire burning


Paula Hawkins