Die Frieda-Klein-Reihe

Nicci French

Seiten: 3092
Verlag: Penguin Books
ISBN-Nummer: 978-1-40593914-0

Vor zwei Büchern erst, in der Rezension des ersten Bands der Frieda Klein-Serie, habe ich geschrieben, davon brauche ich nicht mehr. Und hab dann alle restlichen sieben in einem durchgelesen. Mir gefällt die „größere Geschichte dahinter“, die mit dem ersten Band - und dem darin offenen Ende - beginnt und sich über alle Bände zieht, wobei jeder einen eigenen Fall beschreibt.

Frieda Klein ist kein sonderlich sympathischer Charakter, aber ein spezieller, einer, den man im Laufe der Zeit mag, weil es solche Menschen – und solche Schicksale – nicht häufig gibt.

Sie schläft nicht, sie lacht nicht, sie agiert auf eigene Faust und bittet nur selten um Hilfe. Sie vertraut fast niemandem. Sie verschanzt sich manchmal in ihrem kleinen Häuschen, das sie dann doch wieder ganz ihren Freunden lässt, die bei ihr sein wollen, ihre Hilfe brauchen oder umgekehrt für Frieda da sein wollen.

“`How do you deal with it all?´

`I‘m not sure that I really do.´She twisted her glass round. `It‘s like winter. I just trudge through, head down, and hope that spring won‘t be delayed.´

That was it, she thought, the Frieda Klein method of survival, but not one she would recommend to her patients or her friends.“

Und all das bekommt Sinn. Im vierten Band, „Thursday‘s Child“, führt sie ein Fall in die eigene Vergangenheit. Kitschig, dachte ich erst, da fällt ihnen grad nichts mehr ein. Aber es ist ein guter Fall, einer der besten. Die einzelnen Fälle sind keine schlichten Abklatsche der vorangegangenen.

Friedas Schlaflosigkeit bekommt einen Grund, ihre Bindungsunfähigkeit. Die Autoren schrecken auch nicht davor zurück, bekannte Charaktere aus früheren Bänden sterben zu lassen (wenngleich sie schon dafür sorgen, dass der Leser emotional nicht zu sehr erschüttert ist).

Friedas Leidenschaft sind geheime bzw. in Vergessenheit geratene Flüsse und Bäche, die sich heute unterirdisch durch London ziehen. Sie geben ihren nächtlichen Spaziergängen oft eine Richtung. Jedes Buch beginnt mit einer Landkarte, in dem der entsprechende Fluss, der stets zur Themse fließt, eingezeichnet ist.

Der letzte Band führt alle Flüsse zusammen. Sie bilden das Zentrum einer Ermittlung, deren Zeichen nur sie, Frieda, und ihr jahrelanger Stalker, Lebensretter und Bedroher Dean Reeve lesen können.

Eine junge Studentin recherchiert über ihn und fasst ihre Erkenntnisse zusammen – eine Zusammenfassung der vorangegangenen sieben Fälle:

“There was the case (…) of the little boy who had been abducted by Dean Reeve (=Band 1). (…) There was a dead man who‘d been found naked on the couch of someone called Michelle Doyce, who was obviously mad and had tried to feed him while he sat there rotting (=Band 2). There was a woman who‘d been found dead in her own home, and a case of missing girls that made Lola feel shivery and sad (= Band 3). There was another girl, the following year, who‘d been raped and murdered (= Band 4). (…) Reeve had killed his twin brother, had disappeared from view, but all the years he had been following Frieda Klein, stalking her, like her obsessive enemy and creepy lover.“

Von den restlichen sei nicht mehr erwähnt, auch um nicht zu spoilern. Jedes einzelne Buch habe ich mit drei Sternen von fünf bewertet, die Gesamtreihe bekommt dreieinhalb Sterne. Ich hab es gern gelesen.

Ausgewählte Bücher:

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Der kleine Hobbit


John R.R. Tolkien
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A slow fire burning


Paula Hawkins