The Husbands

Holly Gramazio

Seiten: 351
Verlag: Penguin Random House
Erscheinungsjahr: 2024
ISBN-Nummer: 978-1-529-92035-2

Was für ein schönes Buch!! So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr beim Lesen. Der Empfehlung des Bücherpodcasts Eat.Read.Sleep folgend hatte ich es mir als seltene Neuanschaffung gegönnt. Und bin jetzt traurig, dass es zu Ende ist.

Die Handlung ist schnell erzählt – und klingt nur halb so wenig nach Spaß, wie es das Lesen dann aber ist: Lauren kommt eines Tages nach Hause – und ein Mann ist in ihrer Wohnung. Er scheint vertraut mit ihr zu sein. Und die Wohnung sieht komplett anders aus als vorher. Sie war auf dem Junggesellinnen-Abschied ihrer besten Freundin; ist sie einfach nur richtig betrunken?

Sie versucht sich zu fangen, als der Mann, der – ebenso wie sie selbst, erstaunlicherweise – einen Ehering trägt, wieder in den Speicher klettert, aus dem er gerade heruntergekommen ist. Er will die Glühbirne wechseln. Herunter kommt dann aber ein ganz anderer Mann.

“`Were you just in the attic?´`What? Yes, you saw me.´`Was anyone else there?´ (…) `Like a squirrel? Mice? I don‘t think so. Do you want me to check?´ He stands, one hand on the ladder, teetering between irritation and concern. The mug is still warm in her hands. `Yes´, she says. `Are you sure you‘re okay?´`Yes. Yes, if you could check please.´ The husband tightens his shapely lips and climbs partway back up the ladder, and then continues, up, up, all the way in, his bare feet (uncalloused, perfectly formed) disappearing before her eyes. There‘s a moment of movement and brightness above her, like a flash of sunlight through train windows, and a sharp crackle.

A moment later a blue furry slipper emerges from the trapdoor. And another. Huh.“

Ein neuer Ehemann. Es dauert eine Weile, bis Lauren sich daran gewöhnt, ihre Eigentumswohnung mit Garten mit jemandem teilen zu müssen. Und daran, dass sie diesen „Jemand“ jederzeit wieder auf den Speicher schicken kann, wenn sie seiner überdrüssig wird.

Denn es kommt jede Mal ein neuer Ehemann herunter. Vermutlich alles Männer, deren Wege sich mit ihrem irgendwann einmal gekreuzt haben – oder zumindest beinahe.

Was wie eine sich ständig wiederholende Geschichte anmutet, ist wahnsinnig abwechslungsreich und unterhaltsam. Ich bin fasziniert davon, wie viele unterschiedliche Drehs Holly Gramazo eingefallen sind, ohne dass sie komplett konstruiert sind.

Einmal – dieser Dreh ist eher naheliegend – lebt Lauren mit dem reichen Felix in einem Landhaus, ihr kleine Wohnung als AirBnB vermietet. Sie arbeitet nichts, hängt stattdessen am Pool oder im Garten rum. Als eines Tages der Gärtner auftaucht.

“A white van with a tree painted on the side is pulling in. And Jason gets out. Her husband Jason. Who exists here, in this world. (…) It has never occured to her that the husbands might exist independently of their role in her life. She has assumed that she has conjured them, that they are in some way manifestations of her secret desires or unmade choices, that the attic has been creating them for her from nothing.“

Wie sie den magischen Dachboden stoppen, diesen Kreislauf unterbrechen kann, das ist ein Rätsel. Lauren versucht es auch nicht, sondern hofft, dass eines Tages einer dabei ist, mit dem sie es länger aushält. Auch die gibt es – aber …

Sehr unterhaltsam, sehr amüsant zu lesen! Wer „The Midnight Library“ oder andere Bücher von Matt Haig mag, wird dieses lieben! Es ist noch besser!

Ausgewählte Bücher:

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Im Schnee


Tommie Goerz
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The Husbands


Holly Gramazio